Zeit, dass ich geh‘.
Montag, 19. August 2013
Abschied
Zeit, dass ich geh‘.
Urlaubselfchen
Sonntag, 7. Juli 2013
Wie kommentiere ich einen Blog, wenn ich nicht angemeldeter Nutzer bin?
wir haben mittlerweile schon viele Lesezugriffe aber nach wie vor kaum Kommentare. Vielleicht liegt es auch daran, dass man denkt, man müsse sich anmelden um zu kommentieren. Es gibt aber auch die Funktion anonym zu kommentieren. Wie das geht, wollte ich Euch hier zeigen:
Donnerstag, 4. Juli 2013
Elfchen von Lina Liebherz
Montag, 1. Juli 2013
Drei kurze Enden
Das war’s sagte der Punkt, als er vom Ausrufezeichen geschluckt wurde.
Sie legte ihre Koffer ins Auto, nahm die letzten Scheine aus der kleinen roten Dose in der Küche, sammelte Handtasche, Brille und Smartphone ein, verließ das Haus und warf die Schlüssel in die Restmülltonne.
09.06.13
Sonja Meier
Ein Ende
Eigentlich hasste sie diese Musik, aber das durfte sie nicht sagen; es klang so ungebildet. Er würde wieder die Stirn runzeln wie damals. Sie erinnerte sich an seinen verwirrtenBlick, als sie bei der Mondscheinsonate, die aus diskret eingebauten Lautsprechern auf seiner Terrasse erklang, gesagt hatte: „Tanzen kann man darauf nicht. Hast du nur so was?“ Das machte natürlich der Altersunterschied, jedenfalls auch.
Er liebte diese Musik, sie verstand sie nicht. Die getragenen Töne langweilten sie. Aber gut, das eine oder andere Opfer musste man bringen. Schließlich hatte alles seinen Preis. Sie gähnte verstohlen und warf einen Seitenblick auf ihre Uhr. Immer noch mindestens eine Stunde. Na ja. Sie betrachtete die Mauern, efeubewachsen, darüber nur Himmel. Noch war es hell, aber die verblassenden Farben ließen die Dämmerung ahnen. Vögel sangen; sie hätte nicht sagen können welche. Ihre lauten Stimmen klangen schrill, als lägen sie in einem erbitterten Wettstreit mit den Musikern. Die Leute neben ihr schienen versunken in die schmelzenden Töne der Streicher. Bernhard hatte gesagt, es sei kein typisches Stück für den Komponisten. Warum wusste sie nicht mehr. Sie gähnte wieder unauffällig. Immerhin würden sie noch eine Kleinigkeit essen gehen, darauf hatte sie bestanden, und dann … Sie dehnte sich leise lächelnd. Ihre Garderobe war sorgfältig gewählt für diesen Abend; das schmale, lange Kleid schmeichelte ihrer Figur, das klare Rot betonte die gebräunte Haut, ihre dunkles Haar und ihre tiefbraunen Augen. Langsam schlug sie die Beine übereinander, der Seitenschlitz rutschte weit über ihr Knie. Sie würde alles in die Waagschale werfen müssen, denn die Beziehung entwickelte sich nicht so, wie sie es wünschte. Nun gut …
Sie fröstelte. Wind war aufgekommen. Sie blickte nach oben, sah dunkle Wolken, wo eben noch blassblaue Dämmerung gewesen war und zog die Schultern hoch. Auch das noch! Die Steinmauern hielten den Klang der Instrumente, darüber tobten die Elemente. Eine Windbö fuhr pfeifend ins Efeu, dumpfes Grollen mischte sich in die Musik. Unruhe breitete sich im Publikum aus. Ein grelles Licht zuckte über den Mauern, beinahe gleichzeitig übertönte der Donner das Orchester, und ein Sturzbach ergoss sich über Musiker und Publikum. Alle flohen. Panikartig rannten die Menschen zum Ausgang, suchten einen Unterstand, Schutz vor der Sintflut, die das Wasser in Sekundenschnelle zentimeterhoch stehen ließ.
Sie war sofort nass bis auf die Haut, folgte Bernhard, der sie Richtung Tor zerrte, stolperte, ein Absatz brach. Sie wäre beinahe gestürzt. Ihr Haar klebte in nassen Strähnen im Gesicht, das Make-up zog schwarze Schlieren über Wange und Kinn. Jemand öffnete Seitentüren, und sie flüchteten in einen kahlen, hohen Raum. Kalt war es hier, aber wenigstens hatten sie Schutz vor dem tobenden Gewitter. Sie zitterte vor Kälte und Angst.
„Mein Gott“ sagte Bernhard, während er ihr mit ritterlicher Geste sein triefendnasses Jackett über die Schultern legte. „Die Instrumente! Wie schrecklich!“.
09.06.13
Sonja Meier
Dienstag, 18. Juni 2013
Herzklau
Ich fliege, ich schwebe. Welten rauschen an mir vorbei. Sonne, Mond und Sterne. Dabei fliegen nicht sie, sondern ich.Kleine, goldene Punkte aus dem Nichts, aus dem All, aus der Unendlichkeit. Wachsen. Wachsen. Größer. Schneller – Husch vorbei. Hier, da, hin und weg. Bin ich. Meine Augen blinzeln.
Ich kenne das Bild vom Bildschirmschoner. Sterne entstehen und vergehen. In der Mitte, in der rechten, in der Linken Ecke des 24ig Zollers, der Unendlichkeit. Anfang und Ende. Wo fängt es an, wo hört es auf. Husch und schon vorbei, mit Lichtgeschwindigkeit.
Ich schaue hinaus, zurück. Egal aus welchem Bullauge ich aus meiner Kapsel hinaus glotze. Wie der Bulle auf der Wiese. Glotz. Glotz. Kau, Kau. Ich kann ihn nicht finden, meinen Heimatstern. Weg, zu weit weg bin ich.
Schwerelos bin ich hier drin. Leicht, so leicht. Mein Körper schwebt, doch mein Herz ist schwer, so schwer wie die gewichtigen Sterne um mich herum. Angestrahlt von der Sonne, reflektiert vom Mond.
Wie war das mit dem Brechungsindex, schießt es mir durch den Kopf? Hier bricht nix! Oh Gott mir wird schlecht. Will nicht brechen, nicht abbrechen.
Weiter, weiter durch die Milchstraßen ohne Kühe, ohne grün.
Nur schwarzweiß, hell dunkel.
Hin und weg.
Kein Tag, keine Nacht.
Orientierungslos.
Ich brauch was Festes. Festen Boden unter den Füßen. Festes Essen. Suche das Firmament ab. Da, ne grünblaue Kugel mit zwei Monden, 2 Sonnen, lächelt mich an.
Zoom mich hin, dock mich an. Erdanziehung greift, Kompression läuft, werde 3G schwerer, kleiner, fester, enger.
Willkommen im Körper! Gelandet, gestrandet.
Verdammter Traum, nicht auf dem Berg! Liege ihm zu Füßen. Rappel mich auf. Körper funktioniere! Wie mühsam.
Beschwer dich nicht. Du wolltest es so.
Rappel mich auf. Um mich Wald, regennasser Wald. Nass die Stufen. Beine go. Stufe um Stufe in Fels gehauen. Bedeckt mit Erde. Blätter ölig, faulig. Eng und dunkel ist es hier. Lunge pumpt. Herz pocht. Tock. Tock. Tock. Weiter in klammer Enge. Lichtpunkt oben, da oben. Felsen und Grün statt matschiger Blätter und Fäulnis.
Stehen bleiben in Sonne, in Licht. Stillstand. Nur Äußerlich und doch Stille. Ohr links brumm, rausch. Ohr rechts summ, kling. Eine Biene, tatsächlich eine Biene. Weit weg ein Motor im Leerlauf. Leerstand. Sinn hier, Sinn da, sinnlos.
Nichts außer dem Pochen meines Herzens. Es pocht, stolpert, hüpft hinaus, stolpert, fällt vom Felsen. Freier Fall. Weg.
Ich bleibe oben auf dem Berg. Es pocht in mir, ohne mein Herz, wie herzlos…
Es plumst in die Schubkarre mit dem roten Griff. Kollert hin und her, kommt zur Ruhe, pocht vor sich hin.
Da kommt ER wider Zeit noch Raum aus dem Nichts. Was macht er hier? Nimmt die Schubkarre und schiebt sie weg im Sauseschritt. Und ich steh hier oben in 3G ohne Herz. So schwer. Herzklau.
Wächst so etwas nach, kommt es wieder? Kommt ER wieder? Will nach Hause. Will ich das? Mein Heimatstern, den gibt’s nicht mehr. Was will ich hier?
Erdenschwere loslassen, losmachen. Beam mich weg. Beam mich hin, in meine Kapsel, im Nirgendwo. Tschüss Josefstern. Mittendrin zwischen den Welten.
Mir ist wieder leicht und gar nicht schwer. Lass außen alles an mir vorbei ziehen. Nur beobachten, nichts verändern, nichts anfassen.
Poch, poch. Der Raum um mich wird hell und bunt. Da ist es wieder bei mir, mein Herz. Ich verschenks an meine Seele. Höhenflug, ich bin so frei. Ausruhen darf ich mich jetzt...
© Frauke Gunkelberg, Foto Akire




